Mühle/Sagi

Schweizer Mühlentag 2026 in Maur

Thema in diesem Jahr: «Futtermühlen»

Sam
16
Mai
2026
Samstag, 16. Mai 2026
10–16 Uhr
Teilnahme kostenlos
Alle Museen geöffnet
Termin eintragen

Die Attraktionen

Die Festwirtschaft lädt direkt neben der laufenden Säge zum Verweilen
Die Festwirtschaft lädt direkt neben der laufenden Säge zum Verweilen
Demonstration Sagi

Ganzer Tag in Betrieb. Informationen und Auskünfte durch Förster Urs Kunz, freiwillige Mitarbeiter und Mitglieder der Vereinigung Schweizer Mühlenfreunde VSM-ASAM.

Festwirtschaft

Für's leibliches Wohl wird gesorgt: Grill, Getränke, Kaffee und Kuchenbuffet.

Sagiplatz

Bei schönem Wetter wird uns Hans-Ulrich Streit aus Riedikon seine Oldtimer-Traktoren vorführen.

Korn mahlen und Brot backen für Kinder auf dem Burghof
Korn mahlen und Brot backen für Kinder auf dem Burghof
Kinderprogramm im Burghof/-keller
  • «Chorn mahlen und Brot backen» für Kinder und Jugendliche mit Marco Stolba. Wir mahlen und backen wie die Pfahlbauer und probieren alte Mahlsteine aus früheren Zeiten bis heute aus.
Ortsmuseum Mühle
  • Ausstellung «So lebte man auf dem Lande – damals in Ebmatingen». Zur Erinnerung an die alten Zeiten in einem Zürcher Bauerndorf ohne öffentlichen Verkehr, fliessendes Wasser und elektrischen Strom.
  • Ausstellung «Vier Züricher Maler» in der Treichler-Stube
  • Filmvorführung «Acker- und Futterbau am Strickhof», ein Film aus den 1940er-Jahren in der Treichler-Stube
  • Haushaltgegenstände aus früheren Zeiten und Webstuhl aus dem 19. Jh. Landwirtschaftliche Geräte, authentische Werkstatt des letzten Schuhmachers in Maur. – Kurzführungen durchs Haus.
Ehemaliger Saustall

Ofenkacheln aus Maurmer Haushalten und alte Zürcher Fayence der Schooren-Manufaktur mit Liebessprüchen im Wonnemonat.

Oldtimer-Traktoren auf dem Sagiplatz
Oldtimer-Traktoren auf dem Sagiplatz
Druckwerkstatt Burg

«Kupferdruck und Buchdruck» für Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren. Probieren Sie selber. Unsere Buchdrucker und Schriftsetzer führen Sie in die "Schwarze Kunst " ein.

Ausstellungen Burg
  • Der Maurmer Panoramen-Zeichner in der Kunstkammer im 1. Stock: «Godi Leiser: Grafiker, Zeichner, Künstler» Im Vergleich dazu: das sensationellen Maurmer Panorama, das erste 360°-Panorama in der Kunstgeschichte, ausgestellt in der Herrliberger-Sammlung im 2. Stock.
  • Permanente Ausstellung «Salomon Gessner und Salomon Landolt» im Salomon-Kabinett 1. Stock.
  • Permanente Ausstellung «David Herrliberger: Kupferstecher, Verleger, Gerichtsherr» im 2. Stock. Kennen Sie das Maurmer-Panorama?
Sensationelle Rarität!

Guckkasten aus dem Jahr 1801 mit 159 Bildern, die auf Bildschirm im Treppenhaus Burg in Endlosschlaufe präsentiert werden. Der Anfang des heutigen Fernsehers.

Archiv Ortsgeschichte

Bildschirmpräsentation im Treppenhaus der Burg

Weitere Infos

Weitere Informationen über den Schweizer Mühlentag im Allgemeinen auf der Website der Vereinigung Schweizer Mühlenfreunde

Die Geschichte

Die Sagi Maur schreibt Geschichte! In der Schweizer Mühlenlandschaft sind die weiterverarbeitenden Gewerbe der historischen Mühlen mannigfaltig. Noch heute wird in vielen Sägereien in der Schweiz regelmässig Holz weiterverarbeitet – so in Maur bis spätestens 1910.

In seiner 1930–1939 verfassten «Geschichte der Gemeinde Maur» erwähnt Pfarrer Gottfried Kuhn (Pfar­rer in Maur von 1892–1934), dass 1569 der Müller von Maur die Laden für den Bau der Zehntenscheune zu Ebmatingen gesägt habe, woraus sich ergebe, dass schon damals mit der Mühle eine Säge verbunden war. Die alte, gegen Ende des 18. Jahrhunderts abgegangene Zehntenscheune in Ebmatingen befand sich laut Kuhn «oberhalb der Lebernhäuser, rechts von der Strasse gegen die Kahlen und Zumikon».

Erste Erwähnung der Sagi Maur

Die Säge in Maur wird urkundlich erstmals 1617 erwähnt. Hans III. Aeppli, Gerichtsherr von Maur seit 1585, betrieb als Erbpächter die beiden Mühlen am Dorfbach, die seit dem 13. Jahrhundert bestehen und 1306 erstmals erwähnt wurden: «Meine obere Mühle zu Mur im Dorf gelegen, hat drei Hüfen [Mahlgänge]» und «meine untere Mühle, hat einen Hufen, Sagen, Stampfi und Bleuwi [Stampfmühle für Flachs und Hanf]». Für die Säge galten seit jeher dieselben Eigentumsverhältnisse wie für die Mühlen. Die noch bestehende obere Mühle an der Burgstrasse 13 wurde 1701 neu erbaut. Die 1769 letztmals er­wähnte untere Mühle stand auf dem Areal Mühlestrasse 12. Beide Mühlen waren von 1671 bis 1766 im Eigentum der Familie Zollinger.

Die Instandstellung

Eine Überschwemmung des Dorfbachs zerstörte am 8. Juli 1778 das Radhaus der oberen Mühle, die Säge und vermutlich die untere Mühle nebst weiteren Gebäuden. Das Wasserrad der alten Mühle war unterschlächtig. Die 1750/51 gezeichnete Ansicht der Burg Maur und Mühle von Hans Conrad Nözli (1709–1751) zeigt kein Holzgerinne, das zur Säge führt. Nach Einstellung der Müllerei um 1910 wurde das Wasserrad der Mühle abgebrochen, und ihr noch verbliebener Betrieb mit Sägerei, Bäckerei und Salzwaage stillgelegt. Danach wurde die verpachtete Sägerei auf Elektrizität umgerüstet und der Was­serkanal von der Mühle zur Säge 1935 abgebrochen.

Einstellung der Sägerei

Jakob Frei senior (1920–1994), Schreinermeister in Maur, war der letzte Pächter, sein Angestellter Albin Eichmann der letzte Säger, dem Jakob Frei junior († 2024), zeitweise aushelfen musste. Die Mühle, das Waschhaus und die Säge wurden vom Gemeinderat Maur als geschützt erklärt und mit Abbruchverbot belegt. Im Jahr 1975 beschloss der 1945 gegründete Gewerbeverein die bauliche Instandstellung der Säge, um das Gebäude vor dem Zerfall zu retten. Das neue Wasserrad wurde von 1977–1978 von Jakob Frei nachgebaut. Weitere Fachleute und Firmen aus dem Kanton Zürich sowie anderen Kantonen liefer­ten Bestandteile und ihr Fachwissen, so dass die erste Demonstration im Jahr 1991 erfolgen konnte.

Vom Wasserrad

Durch Wasserräder betriebene Getreidemühlen, in denen die Strömungsenergie des zufliessenden Was­sers ausgenutzt wird, gehören zu den ältesten bekannten Maschinen. Im spätantiken Imperium Roma­num wurden Wassermühlen als Grossbetriebe der Getreideverarbeitung von Aquädukten gespeist. Im Frühmittelalter, vom 8. Jahrhundert an, wurden Getreidemühlen vor allem durch Klöster in ganz Europa verbreitet; das Rad ist vom 14. Jahrhundert an zunehmend oberschlächtig. Durch die Erfindung der No­ckenwelle im Hochmittelalter wurde vom 12. Jahrhundert an die Produktion durch Wassermühlen diver­sifiziert. Neben Kornmühlen funktionierten im 15. Jahrhundert Ölmühlen, Walkmühlen zur Tuch­produk­tion, Seidenzwirnmühlen, Hanfreiben, Leinsamenstampfen, Knochenstampfen, Sägewerke, Hammermüh­len, Blasebälge, Pochwerke, Schleifmühlen, Drahtziehmühlen, Pulvermühlen und Papiermühlen, immer mit Wasserrad.