Ausstellungen
Ausstellungen in der Herrliberger-Sammlung und der Kunstkammer
Wunderwelt der Druckgraphik. Bildnis Abbild Kunstgebilde
Kunstkammer in der Burg
Der Bilderdruck ist eine Wunderwelt von Linien und Flächen, Formen und Farben. Seit sechs Jahrhunderten werden Zeichen und aktuelle Botschaften durch Gebrauchsgraphik vermittelt, bedeutende ikonographische Themen in der Meistergraphik veranschaulicht, Sachverhalte des Wissens und Sinngehalte in Buchillustrationen dargestellt. WUNDERWELT DER DRUCKGRAPHIK präsentiert Menschen im Bildnis als Wesensausdruck der Persönlichkeit, volkstypische Ganzfiguren im naturalistischen Abbild als Wirklichkeitsillusion und die abstrakte Schönheit von Kunstgebilden als das Werk schöpferischen Gestaltens.
In 90 Exponaten werden Erscheinungsweisen der manuellen druckgraphischen Techniken vom 15. zum 20. Jahrhundert beispielhaft vorgeführt, vom Buchholzschnitt aus der Frühzeit der Schwarzweisskunst bis zum grossformatigen Mehrfarbendruck der Moderne; vor allem der Tiefdruck ist mit 59 Blättern und 17 Metallplatten dokumentiert. Die Vielfalt der Ausdrucksformen zeigt in spannungsvollen Kontrasten, was alles in Linien- und Flächentechnik auf Papier druckgraphisch möglich ist.
Ausrufer Marktschreier Strassenhändler weltweit im Bild
Kunstkammer in der Burg
Die europäische Ausrufergraphik dokumentiert vom 17. zum 19. Jahrhundert das Alltagsleben der Städte. Was auch immer zu verkaufen war, ob Steckenpferde in London oder Orangen in Paris, Branntwein in Rom oder Fische und Kaviar in St. Petersburg, wurde von ambulanten Händlern auf Gassen und Plätzen lautstark ausgerufen. Zahlreiche druckgraphische Zyklen überliefern ihre Erscheinungsformen und Kaufrufe, in Arbeit von Leuten auf den untersten Stufen der sozialen Rangordnung, der Milchmädchen und Lumpensammlerinnen, des Kesselflickers, des Drehleiermanns oder des Guckkästners, anschaulich abgebildet. Die Ausstellung stellt originalen Zeugnissen dieser frühen Reklame, die den Raum akustisch erfüllte, Beispiele aus der Produktewerbung der Moderne gegenüber, die mit optischen Exklamationen spielt. Im Zentrum stehen Ausruferfiguren von David Herrliberger, welche die Bildgattung als einziger Beitrag der Schweiz im 18. Jahrhundert mit Kaufrufen in Zürcher und Basler Mundart vertreten. Als Rarität werden Inkunabeln der japanischen Photographie gezeigt, handkolorierte Aufnahmen von Zeitungsausrufern und Saketrinkern in Yokohama um 1875.
Vom Standpunkt des Zeichners. Reisen durch die Schweiz mit Matthaeus Merian, David Herrliberger und Godi Leiser
Kunstkammer in der Burg
Burgstrasse 8
Die Ausstellung zeigt vierundzwanzig topographische Schweizer Ansichten, welche Godi Leiser in den Jahren 1966–1990 gezeichnet hat, in Gegenüberstellung zu entsprechenden Ortsansichten in der Topographie der Eydgnoßschaft von David Herrliberger 1754–1770. Die Dualität des gleichen Bildgegenstands einst und jetzt, in zwei Sehweisen von meist unterschiedlichen Standpunkten, ergibt spannungsvolle Kontraste. Mit sechs weiteren Veduten von Matthaeus Merian d. Ä. aus den Jahren 1635–1642 wird der Ahnherr der topographischen Schweizer Ansicht vorgestellt. So erlebt man den Gang durch die Ausstellung wie eine Reise durch die Schweiz in die Vergangenheit.
Buchdruck Bilderlust Blütezeit!
Kunstkammer in der Burg
Burgstrasse 8
In der neu eingerichteten Kunstkammer in der Burg sind erstmals bedeutende Kernstücke aus einer Zürcher Privatsammlung zu sehen, die zur Ergänzung der Herrliberger-Sammlung von der Gemeinde Maur 2003 erworben worden ist. Mit Büchern und Bildern des 16. bis 18. Jahrhunderts werden Höhepunkte der wissenschaftlichen Illustration und Marksteine der topographischen Landeskunde vorgestellt. Man gewinnt Einblick in Gedanken, welche die Welt bewegten, bewundert grundlegende Leistungen der Naturerkenntnis und wird durch wundersame Gebilde der Geistesgeschichte berührt.
Die Kunst des Briefschreibens.
Autographen von David Herrliberger und Salomon Gessner
Herrliberger-Sammlung
Burgstrasse 8
Die drei Autographen von 1756, 1757 und 1766, davon zwei als Leihgaben aus Privatbesitz, sind Privat- und Geschäftsbriefe, in denen sich die Persönlichkeit des Autors in einer besonderen Weise unmittelbar kundgibt. Eine Transkription bringt den Inhalt der nicht leicht lesbaren Handschrift verständlich vor Augen, ein ausführlicher Kommentar erläutert das persönliche und zeitgeschichtliche Umfeld.
Deutsche Bibeln vor Luther und Zürcher Bibeln
Burg Maur, 6. September bis 20. Dezember 2003. 1390 Besucher.
Die Buchillustration der Inkunabelzeit, des frühesten europäischen Buchdrucks bis und mit 1500, trat zuerst und vor allem als Bibelillustration in Erscheinung. Dabei wurde nicht die lateinische Bibel, sondern ihre Übersetzung favorisiert. Von 1466 bis zur Luther-Übersetzung 1522 wurden 18 deutsche Bibeln gedruckt, bis auf die beiden ersten (von 1475 an) alle mit Holzschnitten illustriert. Die Ausstellung zeigte zahlreiche Beispiele, zudem einige spätere Zürcher Bibeln und Bildentwürfe zur Zürcher Bibelillustration des 17. und 18. Jahrhunderts.
Sensation Photochrom. Reise um die Welt mit hundert Photographien vor hundert Jahren
Burg Maur, 7. September 2002 bis 15. März 2003. 1003 Besucher.
Die 1888 von Orell Füssli patentierte Zürcher Erfindung des lithographischen Drucks von farbig getönten Photographien war kommerziell bis zum Ersten Weltkrieg ausserordentlich erfolgreich. Der Photochromdruck ermöglichte auch eine Anzahl von hochwertigen Faksimilereproduktionen. Die attraktive Schau von Städteansichten und Landschaftsbildern der Belle Epoque, von 1893 bis 1912, wurde daher durch einige hervorragende Gemäldewiedergaben der Graphischen Anstalt J. E. Wolfensberger AG ergänzt.
Ha! Qual Paradiso – Der neue Blick auf alte Zürcher Ansichten
Burg Maur, 27. Oktober bis 16. Dezember 2001. 1116 Besucher.
Mit dieser Ausstellung wurde der Öffentlichkeit zum ersten Mal seit Jahrzehnten ein Bestand von Zürcher Ansichten in repräsentativer Auswahl vorgestellt. 76 Exponate von 1540 bis 1875 dokumentierten Veränderungen im Siedlungsbild, veranschaulichten den im 18. Jahrhundert entdeckten Erlebniswert des Zürichsees, stellten den Rheinfall spektakulär vor Augen, faszinierten durch die Darstellung von Naturerscheinungen und festlichen Ereignissen. Sie machten sowohl die geographische Vielfalt der Zürcher Landschaft als auch die Spannweite der Sehweisen zwischen Kartographie und Kunst sichtbar.
Hans Erhard Escher (1656–1689)
Burg Maur, 19. Mai bis 6. Oktober 2001. 516 Besucher.
Die Ausstellung vereinigte die Neuerwerbung von Eschers Monographie des Zürichsees (1692) und eines Neudrucks der darin befindlichen Zürichseekarte von der Originalplatte mit Leihgaben von 15 Aquarellen, in denen der vielseitig begabte Zürcher Junker präparierte Vögel und Herrschaftssitze seiner Ahnen leuchtkräftig verewigt hat. Einige der erst im 20. Jahrhundert wiederentdeckten topographischen Darstellungen waren 1740 von Herrliberger als Vorlage für seine eigenen verwendet worden.
Druckgraphik, Zeichnungen, Aquarelle, Bücher des 18. und 19. Jahrhunderts meist von Zürchern
Mühle Maur, 17.–21. März 2000. 109 Besucher.
Diese Präsentation, wie die früheren aus dem Privatbesitz des Begründers der Herrliberger-Sammlung, gab Einblick in die bedeutungsvolle Verlagsproduktion von Zürcher Zeitgenossen des Maurmer Gerichtsherrn und seiner Nachfolger, vor allem in den Bereichen Buchillustration und topographische Landschaftskunst. Gezeigt wurde auch ein Sammelband mit einem bisher unbekannten Verlagswerk von Herrliberger, der als Neuerwerbung in die Herrliberger-Sammlung gelangte.
Salomon Gessner: Der malende Dichter
Burg Maur, 30. Oktober bis 5. Dezember 1999. 772 Besucher.
Eine der strahlendsten Erscheinungen im Zürcher Geistesleben des 18. Jahrhunderts wurde hier, zum ersten Mal wieder seit der Ausstellung in Zürich 1982, in reicher Werkauswahl zur Kenntnis gebracht. Unter anderem waren 19 Gouachegemälde und 44 Druckschriften Gessners aus dem eigenen Verlag zu sehen, meist Erstausgaben, worin der Dichter auch als Illustrator und Buchgestalter spricht. Man begegnete einem nichtprofessionellen, doch ungewöhnlich stilsicheren Künstler, der dem Traum von beseelter Natur souverän Ausdruck gab.
Altzürcherische Graphik
Mühle Maur, 5.–9. März 1999. 115 Besucher.
Diese Präsentation, aus demselben Fundus wie die vorigen, setzte sich zum Ziel, die historischen Grundlagen von Herrlibergers Wirken in der Zürcher Druckgraphik und Buchillustration seit dem 16. Jahrhundert zu verdeutlichen.
Zürcher Neujahrsblätter aus vier Jahrhunderten
Schweizer Panoramen
Der tanzende Tod: Totentänze aus sechs Jahrhunderten
Vier Präsentationen mit Leihgaben aus Privatbesitz.
Burg und Mühle Maur, 3./4. Januar, 7./8. März, 20./21. Juni, 7.–10. November 1998. Über 300 Besucher.
Diese Präsentationen von qualitativ hochstehenden Leihgaben aus dem Privatbesitz des Begründers der Herrliberger-Sammlung dienten dazu, die Öffentlichkeit für ein erweitertes Angebot ausserhalb des Kernbereichs Herrliberger und 18. Jahrhunderts zu sensibilisieren. Sie haben letztlich zur seitdem erfolgten Öffnung und Festigung des traditionellen Sammlungsprofils der Museen Maur geführt.
David Herrliberger in seiner Zeit
Burg Maur, 31. Mai bis 6. Juli 1997. Rund 800 Besucher.
Die Gedenkausstellung vergegenwärtigte mit 150 Exponaten Herrlibergers Persönlichkeit und präsentierte seine Werke an dem Ort, wo der bedeutende Zürcher Kupferstecher und letzte Gerichtsherr von Maur ein Vierteljahrhundert lang gelebt und gewirkt hat. Mit Kostbarkeiten aus der Zürcher Verlagsproduktion des 18. Jahrhunderts, Porträts von Zeitgenossen und markanten Beispielen der topographischen Landschaftskunst wurde das kulturelle Umfeld beleuchtet. Man erhielt Einblick in die damaligen Zustände der Gerichtsherrschaft Maur. Ein neuangefertigtes Modell gibt seitdem eine Vorstellung, wie die Burg Maur zu Herrlibergers Zeit ausgesehen hat.
75 Jahre Godi Leiser
Burg Maur, 30. September bis 5. November 1995. 504 Besucher.
Die von der Kulturkommission Maur veranstaltete Ausstellung zeigte das zeichnerische Lebenswerk des in Maur lebenden Künstlers in einem umfassenden Überblick, von Jugend- und Frühwerken über die berühmten Panoramen der 1960er- bis 1980er-Jahre zu Bleistift- und Federzeichnungen aus neuerer Zeit.
Gedruckte Schrift – gedrucktes Bild: Buchkunst von Gutenberg bis 1520
Burg Maur, 27. August bis 2. Oktober 1994. 1007 Besucher.
Die Ausstellung veranschaulichte mit rund 120 Exponaten aus Privatbesitz wesentliche Bildinhalte von Buchholzschnitten des späten 15. und frühen 16. Jahrhunderts. Besondere Schwerpunkte waren Stadtansichten, Heilkräuter in Herbarien und die Illustration deutscher Bibeln vor Luther.